| 2026-07-09 | |
Täglich passieren bis zu 500.000 Menschen den Frankfurter Hauptbahnhof - als Reisende und Besucher[i]. Damit ist er nicht nur der zweitgrößte Bahnhof Deutschlands, sondern einer der meistfrequentierten öffentlichen Räume des Landes. Was hier reibungslos funktioniert oder stockt, wirkt sich unmittelbar auf die Mobilität einer ganzen Region aus. Im Rahmen des sogenannten Masterplans Frankfurt Hauptbahnhof macht die DB InfraGO den Bahnhof durch umfangreiche Umbauarbeiten zukunftsfähig. Mit der Eröffnung der ersten Shops in der neu gestalteten B-Ebene wurde ein weiterer sichtbarer Meilenstein der seit 2021 laufenden Kernsanierung erreicht: Schritt für Schritt kehren barrierefreie Zugänge, neue Aufenthaltsqualität und moderne Einkaufsmöglichkeiten in die unterirdische Verteilerebene zurück. Insgesamt entstehen dort rund 30 neue Geschäfte auf 10.000 Quadratmetern Gewerbefläche. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart unterstützt die DB InfraGO bei diesem Projekt mit der Objektüberwachung sowie der Werk- und Montageplanprüfung.
Damit die Klimaziele im Verkehrssektor erreicht werden können, strebt die Bundesregierung eine deutliche Zunahme der Fahrgastzahlen im ÖPNV an[ii]. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten und zudem das Reiseerlebnis grundlegend zu verbessern, investieren Bund, die DB InfraGO AG und das Land Hessen rund 375 Millionen Euro in die B-Ebene - jene Verteilerebene, die Fern- und Regionalverkehr mit dem städtischen Nahverkehr verbindet. Was einmal eine düstere Einkaufspassage war, wird vollständig entkernt, schadstoffsaniert und offener, heller und übersichtlicher gestaltet. Der Umbau der B-Ebene ist dabei nur ein Teil eines weit größeren Vorhabens: Insgesamt modernisiert die DB InfraGO AG den Frankfurter Hauptbahnhof in mehr als 20 Einzelprojekten und vollzieht damit eine der größten Umgestaltungen in der über 135-jährigen Geschichte des Bahnhofs.
"Wir schaffen hier nicht nur neue Flächen, sondern gestalten eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Deutschlands neu und machen sie fit für die Zukunft. Die B-Ebene soll künftig nicht nur als Verkehrsknotenpunkt dienen, sondern die Reisenden zum Verweilen einladen", betont Dr. Katja Maaser, Projektleiterin des Masterplans Frankfurt Hauptbahnhof. Zudem sollen die Umbauarbeiten den Verkehrsfluss optimieren: "Die historische Eingangshalle war immer das Herz des Frankfurter Hauptbahnhofs - ein Ort der Orientierung und Begegnung. Diesen Gedanken führen wir mit dem neu entstehenden, geschossübergreifenden Lichthof fort. Er schafft eine klare räumliche Mitte, verbessert die Bewegungsströme und unterstützt die intuitive Wegeführung. Neben der direkten Anbindung an die B-Ebene entsteht ein lebendiger Raum, der Reisende willkommen heißt und ihre Aufenthaltsqualität sowie die Versorgung stärkt", sagt Dr. Maaser.
Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Umfang der Maßnahmen, sondern in den Bedingungen, unter denen sie stattfinden: S- und U-Bahngleise bleiben die gesamte Bauzeit über aktiv. Seit 2021 überwacht Drees & Sommer als Objektüberwacher die Ausführungsqualität auf der Baustelle und prüft sämtliche Werk- und Montagepläne. Das Expertenteam koordiniert die zahlreichen Gewerke, hält Termine und Qualitätsstandards auch unter den anspruchsvollen Bedingungen eines aktiven Bahnbetriebs und sorgt dafür, dass die Planungsvorgaben in der gebauten Realität ankommen. "Einen Bahnhof dieser Größenordnung zu sanieren, während täglich Hunderttausende durch ihn strömen, ist eine echte Ausnahmesituation", erklärt Stephan Ernst, Gesamtprojektleiter bei Drees & Sommer und führt weiter aus: "Der wieder geöffnete Bereich am Kaisertor und die neue Ladengalerie zeigen, dass höchste Qualität und unterbrechungsfreier Betrieb kein Widerspruch sind."
Die Bauarbeiten folgen einem klar definierten Schema: Zunächst werden die Bestandsmedien freigeschaltet, dann erfolgt die Schadstoffsanierung, anschließend Abbruch, Rohbau und Innenausbau, zuletzt der technische Ausbau. In den Untergeschossen entstehen neue Lüftungszentralen, Elektrotechnikräume sowie Lager- und Aufenthaltsräume. Parallel saniert das Projektteam die Flächen des Ankermieters Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, kurz VGF, nach demselben Schema. "Am Ende liefern wir eine Art veredelten Rohbau. Alle Shopflächen verfügen über eine technische Grundausstattung und sind so vorbereitet, dass künftige Mieter ihre Flächen ohne Projekteingriffe ausbauen können", sagt Stephan Ernst. "Zudem bauen wir alle öffentlichen Bereiche wie Laufwege, Treppenabgänge, Förderanlagen und Treppenhäuser neu auf."
Mit dem Kaisertor ist bereits seit Ende Mai ein wichtiger Zugang zur B-Ebene wieder geöffnet. Am 25. Juni folgten die ersten Shopflächen in den neu gestalteten Bereichen. Damit nimmt die Ladengalerie weiter Gestalt an und macht den Fortschritt der Sanierungen auch für Reisende und Besucher sichtbar. Gleichzeitig laufen die Arbeiten in den verbleibenden Bereichen weiter. Voraussichtlich bis Spätsommer 2027 sollen alle Baumaßnahmen in der B-Ebene abgeschlossen sein. Bis 2035 setzt die DB InfraGO AG den Masterplan Frankfurt Hauptbahnhof mit weiteren Umbauten fort.
Bild : Drees & Sommer SE
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